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Wahlsonntag in der Region: Das müssen Wähler jetzt wissen

Was wird am Sonntag gewählt? Wahltermine, Fristen, Briefwahl und aktuelle Wahlprognosen für Baden-Württemberg und Deutschland im kompakten Überblick.

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Jedes Mal, wenn ein Wahlsonntag näherrückt, stellen sich viele Bürgerinnen und Bürger dieselbe Frage: Was wird am Sonntag gewählt? Ob Bundestagswahl, Landtagswahl oder Kommunalwahl — der Überblick über Termine, Fristen und den korrekten Ablauf an der Urne ist für eine informierte Stimmabgabe unerlässlich. Dieser Artikel fasst zusammen, was Wählerinnen und Wähler in der Region Baden-Württemberg und darüber hinaus aktuell wissen müssen.

Wahlsonntag in der Region: Was wird am Sonntag gewählt?

Deutschland ist ein föderaler Staat — und das macht den Wahlkalender entsprechend vielschichtig. Wer sich fragt, was am Sonntag alles gewählt wird, muss zunächst zwischen den verschiedenen Ebenen unterscheiden: Bundesebene (Bundestagswahl), Landesebene (Landtagswahlen) sowie kommunaler Ebene (Gemeinderats- und Kreistagswahlen). Hinzu kommen gelegentlich Volksabstimmungen oder Bürgerentscheide auf lokaler Ebene.

In Baden-Württemberg finden regelmäßig Wahlen statt, die für das politische Leben im Land prägend sind. Die Landtagswahl bestimmt die Zusammensetzung des Stuttgarter Parlaments und damit die Landesregierung. Die Bundestagswahl hingegen entscheidet über die Zusammensetzung des Deutschen Bundestages in Berlin. Beide Wahlformate unterscheiden sich grundlegend in ihrer Systematik: Während bei der Bundestagswahl das personalisierte Verhältniswahlrecht gilt — mit Erst- und Zweitstimme — orientiert sich die Landtagswahl in Baden-Württemberg an einem modifizierten Mehrheitswahlrecht, bei dem die Erststimme zentral ist.

Neben diesen regelmäßigen Wahlen können außerplanmäßige Abstimmungen — etwa nach dem Zusammenbruch einer Koalition — kurzfristig anberaumt werden. Die Bundestagswahl im Februar 2025 war ein solches Beispiel: Sie wurde nach dem Scheitern der Ampel-Koalition im Herbst 2024 vorgezogen und stellte Verwaltung und Wählerschaft vor besondere organisatorische Herausforderungen. Solche Situationen unterstreichen, wie wichtig es ist, über aktuelle Wahlen am Sonntag stets gut informiert zu sein.

Auch auf kommunaler Ebene sind Wahlsonntage in Baden-Württemberg regelmäßige Ereignisse. Bei Gemeinderatswahlen können Wählerinnen und Wähler sogar kumulieren und panaschieren — also Stimmen auf mehrere Kandidatinnen und Kandidaten verteilen oder zwischen Listen wechseln. Diese Besonderheit macht kommunale Wahlen in der Region besonders bürgerfreundlich, aber auch erklärungsbedürftig.

Wahltermine und Fristen: Das müssen Wähler jetzt wissen

Wer bei der nächsten Wahl seine Stimme abgeben möchte, sollte sich frühzeitig über die geltenden Fristen informieren. Die Wahlbenachrichtigung wird in der Regel spätestens drei Wochen vor dem Wahltermin automatisch zugestellt — vorausgesetzt, die Meldebehörde hat die aktuelle Adresse erfasst. Wer keine Wahlbenachrichtigung erhält, sollte umgehend beim zuständigen Wahlamt nachfragen.

Für die Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Die Parteien stellen ihre Landeslisten auf, legen Direktkandidatinnen und -kandidaten in den Wahlkreisen fest und beginnen mit dem Wahlkampf. Für Wählerinnen und Wähler ist wichtig zu wissen: Die Eintragung ins Wählerverzeichnis erfolgt in der Regel automatisch auf Basis der Meldedaten. Wer jedoch erst kurz vor der Wahl umgezogen ist, sollte prüfen, ob die neue Adresse bereits berücksichtigt wurde.

Ein häufig übersehener Punkt betrifft Erstwählerinnen und Erstwähler: Wer zwischen dem Stichtag der Wählerverzeichnis-Erstellung und dem Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet, kann trotzdem wählen — muss sich aber aktiv ins Wählerverzeichnis eintragen lassen. Diese Eintragungsfrist endet üblicherweise 21 Tage vor dem Wahltag.

Auch die nächste Landtagswahl in Niedersachsen ist für viele Wählerinnen und Wähler mit Familienbindungen in den Norden von Interesse: Sie wird voraussichtlich im Herbst 2027 stattfinden. Auf Bundesebene richtet sich der Blick nach der Bundestagswahl 2025 bereits auf die nächste reguläre Abstimmung, die für 2029 vorgesehen ist — es sei denn, es kommt abermals zu einem vorzeitigen Ende der Legislaturperiode.

Aktuelle Wahlprognosen und die Sonntagsfrage

Die sogenannte Sonntagsfrage ist das wichtigste Instrument der Meinungsforschung im Vorfeld einer Wahl. Sie lautet schlicht: „Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, welche Partei würden Sie wählen?" Die Antworten darauf ergeben die Wahlprognosen, die regelmäßig von Instituten wie Forsa, Allensbach, Infratest dimap oder dem Institut für Demoskopie veröffentlicht werden.

Die Sonntagsfrage zum Bundestag zeigt in der Regel, dass die Parteienlandschaft in Deutschland vielschichtig bleibt. Für die Bundestagswahl 2025 zeichneten sich vor dem Wahltermin folgende Trends ab: CDU/CSU führten die Umfragen mit Werten zwischen 29 und 32 Prozent an, gefolgt von der AfD mit bundesweit rund 19 bis 21 Prozent. Die SPD pendelte zwischen 14 und 17 Prozent, während Grüne, FDP und BSW jeweils um oder knapp über der Fünf-Prozent-Hürde lagen. Die Linke kämpfte darum, überhaupt in den Bundestag einzuziehen.

Die aktuelle Wahlumfragen zur AfD sind besonders in Baden-Württemberg Gesprächsthema: Während die Partei im Osten Deutschlands teils Werte von über 30 Prozent erreicht, liegt sie im Südwesten traditionell darunter — meist zwischen 12 und 18 Prozent, abhängig vom jeweiligen Wahlkreis und der Erhebungsmethode.

Sonntagsfrage Bundestag (Tendenz vor der Wahl 2025):

  • CDU/CSU: ~30 %
  • AfD: ~20 %
  • SPD: ~15 %
  • Grüne: ~11 %
  • FDP: ~5 %
  • BSW: ~5–7 %

Wahlprognosen sind allerdings keine Wahlergebnisse. Methodische Unschärfen, unentschlossene Wählerinnen und Wähler sowie Effekte wie die sogenannte „schweigende Mehrheit" können dazu führen, dass das tatsächliche Ergebnis deutlich von den Vorhersagen abweicht. Die Bundestagswahl 2021 hatte das eindrücklich gezeigt: Während die SPD wochenlang in Umfragen aufgeholt hatte, rechneten viele Institute erst spät damit, dass sie die Union überflügeln würde.

Die Bundestagswahl im Februar 2025 war eine der außergewöhnlichsten in der Geschichte der Bundesrepublik. Ausgelöst durch die Vertrauensfrage von Bundeskanzler Olaf Scholz nach dem Ampel-Bruch im November 2024, musste der gesamte Wahlkampf innerhalb weniger Monate organisiert werden. Für Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg bedeutete das verkürzte Fristen und eine intensivere Informationsphase.

Die Umfragen zur Bundestagswahl 2025 hatten über Monate hinweg ein relativ stabiles Bild gezeigt: Die Union als stärkste Kraft, gefolgt von einer deutlich erstarkten AfD. Gesellschaftspolitische Themen — Migration, wirtschaftliche Lage, Energiekosten — dominierten den Diskurs. Regionale Unterschiede spielten dabei eine große Rolle: In strukturstärkeren Wahlkreisen wie dem Raum Freiburg oder Heidelberg schnitten Grüne und FDP besser ab als im ländlichen Nordbaden oder der Ortenau.

Wer die Sonntagsfrage und die dahinterstehenden Umfragemethoden versteht, kann Wahlprognosen richtig einordnen — als Orientierungswert, nicht als Ergebnis.

Mittlerweile ist die neue Bundesregierung gebildet, und der Blick richtet sich auf die nächsten Zyklen. Für Interessierte in der Region lohnt es sich, neben den bundesweiten Umfragen auch die Stimmungslage in Baden-Württemberg im Auge zu behalten. Die Landtagswahl 2026 wird zeigen, ob die langjährige grün-schwarze Koalition fortgesetzt werden kann oder ob neue Mehrheitsverhältnisse entstehen.

Schließlich sei darauf hingewiesen, dass Wahlprognosen erst am Wahltag selbst ab 18:00 Uhr — dem Schließen der letzten Wahllokale — als Hochrechnungen veröffentlicht werden dürfen. Bis dahin gilt ein striktes Veröffentlichungsverbot für Prognosen, das im Bundeswahlgesetz verankert ist. Erste Prognosen kurz nach 18:00 Uhr basieren auf Wählerbefragungen unmittelbar nach der Stimmabgabe (Exit Polls) und können vom Endergebnis noch abweichen.

Wahlablauf und Briefwahl: So geben Sie Ihre Stimme richtig ab

Der Gang ins Wahllokal folgt einem klar geregelten Ablauf. Mit der Wahlbenachrichtigung und einem gültigen Personalausweis oder Reisepass begeben Sie sich in das auf der Benachrichtigung angegebene Wahllokal. Dort wird Ihr Name im Wählerverzeichnis abgehakt, und Sie erhalten den Stimmzettel. In der Wahlkabine — unbedingt alleine — kennzeichnen Sie Ihre Wahl und falten den Stimmzettel so, dass die Markierung nicht sichtbar ist. Anschließend werfen Sie ihn in die Wahlurne.

Bei der Bundestagswahl haben Sie zwei Stimmen: Die Erststimme gilt dem Direktkandidaten oder der Direktkandidatin in Ihrem Wahlkreis, die Zweitstimme entscheidet über die Stärke der Parteien im Bundestag und damit über die Sitzverteilung. Ein häufiger Irrtum: Die Zweitstimme ist nicht „weniger wichtig" — im Gegenteil, sie ist der entscheidende Faktor für die prozentuale Stärke einer Partei im Parlament.

Briefwahl: Fristen und Beantragung

Die Briefwahl erfreut sich wachsender Beliebtheit. Bei der Bundestagswahl 2025 gaben bundesweit mehr als 35 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme per Brief ab. Um die Briefwahl zu nutzen, müssen Sie einen Wahlschein beantragen — online, schriftlich oder persönlich beim Wahlamt. Mit dem Wahlschein erhalten Sie automatisch die Briefwahlunterlagen.

Den ausgefüllten Wahlbrief müssen Sie so rechtzeitig absenden, dass er spätestens am Wahltag bis 18:00 Uhr beim Wahlamt eingeht. Wer auf den letzten Drücker wartet, riskiert, dass sein Brief zu spät ankommt und nicht gezählt wird. Empfehlung: Briefwahlunterlagen mindestens eine Woche vor dem Wahltag beantragen und nicht länger als bis Mittwoch der Wahlwoche mit dem Rückversand warten.

Besonderheiten in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg gibt es bei Kommunalwahlen die Möglichkeit des Kumulierens (drei Stimmen auf eine Person) und Panaschierens (Stimmen auf Kandidatinnen und Kandidaten verschiedener Listen verteilen). Diese Regelung macht die Auszählung aufwendiger, gibt den Wählerinnen und Wählern aber mehr Einfluss auf die personelle Zusammensetzung des Gemeinderats. Wer sich im Vorfeld einer Kommunalwahl unsicher ist, findet auf den Websites der Gemeinden und beim Landeswahlleiter Baden-Württemberg detaillierte Erläuterungen.

Häufige Fragen (FAQ)

Häufige Fragen

Was wird am Sonntag gewählt?
Das hängt vom jeweiligen Termin ab. In Deutschland finden Bundestagswahlen, Landtagswahlen und Kommunalwahlen zu unterschiedlichen Terminen statt. Aktuelle Wahltermine veröffentlicht der Bundeswahlleiter sowie die jeweiligen Landeswahlleiter auf ihren offiziellen Websites.
Wann ist die nächste Bundestagswahl?
Nach der vorgezogenen Bundestagswahl im Februar 2025 ist die nächste reguläre Bundestagswahl für Herbst 2029 vorgesehen. Frühere Neuwahlen sind möglich, wenn die Bundesregierung das Vertrauen des Bundestages verliert.
Wie funktioniert die Briefwahl für die kommenden Wahlen?
Für die Briefwahl beantragen Sie einen Wahlschein beim zuständigen Wahlamt – online, schriftlich oder persönlich. Nach Erhalt der Unterlagen füllen Sie den Stimmzettel aus und senden ihn so zurück, dass er spätestens am Wahltag bis 18:00 Uhr eingeht. Beantragen Sie die Unterlagen mindestens eine Woche vor dem Wahltermin.
Wo finde ich aktuelle Wahlprognosen für meine Region?
Aktuelle Wahlprognosen und die Sonntagsfrage werden von Instituten wie Forsa, Infratest dimap und Allensbach veröffentlicht. Regionale Daten für Baden-Württemberg finden Sie beim Statistischen Landesamt und auf den Seiten der Landeszentrale für politische Bildung BW.
Wer darf am Wahlsonntag seine Stimme abgeben?
Bei Bundestagswahlen dürfen alle deutschen Staatsangehörigen wählen, die am Wahltag mindestens 18 Jahre alt sind, seit mindestens drei Monaten in Deutschland wohnen und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Bei Kommunalwahlen in Baden-Württemberg dürfen auch EU-Bürgerinnen und EU-Bürger abstimmen.